Spätjahresputz

•Oktober 15, 2009 • Kommentar schreiben

Nein, keine Panik, liebe Leserchen. Sie hat nicht beschlossen, ihr elektronisches Notizbuch zu entrümpeln – wobei diese Idee nicht die schlechteste ist, wenn sie sich da einige Schriftstücke genauer ansieht. Vielmehr, jaha, meldet sich Rhä aus der Sommerpause, die dann doch etwas länger als vorgehabt/erwartet ausgefallen ist, zurück. Die Kreativität – zumindest die für das Blog-Schreiben unentbehrliche (und ja, es gibt unterschiedliche Arten von Kreativität – wie sonst hätte sie sich wochenlang mit einem Drehbuch oder Theaterstück befassen können?) – hatte sie für einige Zeit verlassen, folglich: Schweigen. Gähnende Leere. Ein paar internautale Fundstücke. Jetzt tastet sie sich wieder langsam heran, nur nicht zu schnell, sonst ist die Inspirationsfähigkeit gleich wieder hinter den grauen Stoppelfeldern verschwunden.

Also: mehr Lesestoff für alle Interessierten – zwar nicht in der Häufigkeit, wie das im Café Chez Mäjädä (schau doch mal da nach rechts) als Aktion „Blog a Day“ seit einiger Zeit belustigenderweise praktiziert wird, aber sie wird versuchen, wochenlange Buchstabenstille zu vermeiden. Mehr Bizarres, Humoristisches, Kritisches, Surrealistisches und Unsinniges – versprochen.

Happy 1st Owen Pallett Day!

•Oktober 11, 2009 • 1 Kommentar

Vor ganz genau einem Jahr sah sie sich auf DuRöhre folgendes Video an:

Tja, da war’s um sie geschehen. Wie die Geschichte ausgeht, wissen wir ja alle.

Herr Månsken und Fräulein Sternenbetrachter

•September 26, 2009 • Kommentar schreiben

(An diese Stelle der Geschichte, die zu diesem Zeitpunkt genau genommen noch gar nicht existiert – zumindest nicht hier – , gehört eigentlich ein Bild der modernen Malerin J. M. – aufgrund anderer Aufträge und Arbeiten dieser vielbeschäftigten Künstlerin wird das Bild allerdings hier erst später  „ausgestellt“. Oder so.)

Das Folgende ist eine Geschichte, ein Fragment, eine Parabel. Weder fiktiv, noch real. Vielmehr beides gleichzeitig. Die Autorin nimmt sich das Recht (oder die Unverschämtheit – wie auch immer du es sehen magst, lieber Leser) heraus, alles dem Surrealismus in die Schuhe zu schieben. (Und wer sie für hoffnunglos bescheuert hält, dem sei auch dies gestattet.)

Eine Brücke, die sich im Meer verliert. Junge, Mädchen. Die alte Leier, das alte Lied, das alte Leid.

Erst ein Brief, dann zwei, ein Stück Papier, vielleicht vom anderen Ende der Welt. Hinter sich: eine lange Reise. Ein Bild, auf dem die Farbe eines Wochentages festgehalten wurde. Und ein bisschen mehr. Ein bisschen? Er. Viel mehr. Aber das weiß noch niemand. Und irgendwo in der Zukunft, im nächsten Sommer – und hier kommen wir der Realität dann doch schmerzhaft und besorgniserregend nahe – , ein kleiner Vogel aus Stoff. Vielleicht aber auch nicht. Es hat noch niemand entschieden.

Das Mädchen, das einmal Fräulein Sternenbetrachter heißen wird, befindet sich noch im freien Fall. Der Junge, der einmal Herr Månsken heißen wird, ist bereits gelandet. Das Aufeinander-Treffen passiert an einem Tag, der kalt und grau ist und nach Winter schmeckt – aber beide wissen noch nicht, dass es diesmal keinen Winter geben wird. Der ist zu besagter Zeit auf Reisen. Der Er wird es auch bald sein. Aber man will ja nicht vorgreifen! Es folgen Staunen, Verwunderung. Manchmal Fassungslosigkeit. Oft Faszination. Buchstaben, Buchstaben, Buchstaben. Wörter. Sätze. Gespräche. Ansichten. Feststellungen. Und immer wieder die Brücke am Meer. Ein trauriges Lächeln in einem schönen Gesicht, das ein bisschen verschwommen wirkt, unscharf, als ob man durch ein Fernglas, das man nicht richtig eingestellt hat, blicken würde. Milchglas. Und ein noch nicht ganz so trauriges Lächeln in einem etwas deutlicher erkennbaren Gesicht. Ein großer Jemand und ein etwas kleinerer. Ein Jemand, dessen Herz krank vor Fernweh ist, neben einem Jemand, dessen Herz noch an Fernweh erkranken wird. Jemand mit Volljährigkeits-Blues. Jemand, der ihn noch haben wird. Zwei Jemande, die eigentlich Niemande sind.

Der Er erzählt. Von der Brücke. Von einem Wunsch. Die Sie hört zu. Eine absurde Idee wird in die noch viel absurdere Tat umgesetzt. Für die Sie, ein einmaliger Sieg über die Angst, über Bestimmungen, Regeln, Richtig und Falsch, die Sinn-Essenz. Der Tag zusammen am Meer wird der schönste und traurigste Tag zugleich. Der schönste, weil zwei Niemande plötzlich Jemande sind und die Welt es gut mit ihnen meint. Der traurigste, weil es der einzige sein wird.

Herr Månsken wird krank, kommt damit nicht zurecht und flieht vor den Geistern. Fräulein Sternenbetrachter kann ihn nicht begleiten und verirrt sich im Halbdunkel ihres Kopfkinos. Das Scheitern klopft an. Es taucht nicht plötzlich auf, war immer spürbar präsent. Auf dem Löffel. Auf der Brücke. In den Augen. Es ist nicht so, als hatten sie es nicht gewusst. Sie wussten es von Anfang an.

Der Er kam vielleicht aus den Wolken zurück und ist im Heute erwachsen und steht über seinen Träumen. Vielleicht aber auch nicht. Die Sie starb in einem unschönen Sommer auf eigenen Wunsch, nachdem sie ihrer Erbin den Teil ihres Wesens übergeben hatte, der noch intakt geblieben war. Was übrig bleibt ist klein, flauschig, rot und braun und fiept. Ein Rotkehlchen. Ein kleiner verwirrter Niemand.

Trouvaille internautale: Dü dreckigö Schüft!

•August 31, 2009 • 2 Kommentare

Obiger Satz reicht im 21. Jahrhundert wohl nicht mehr aus, um seinem verletzten Gemüt Ausdruck zu verleihen. Da braucht’s schon härtere Geschütze. Oh Menschheit.

wiealtgästebuchbizarr

Trouvaille internautale: Wofür es sich wirklich lohnt zu sterben!

•August 31, 2009 • 1 Kommentar

Abschiedsbrief an Steve?

iPhoneTod

Trouvaille internautale: Unbelievable understatement

•Juli 12, 2009 • Kommentar schreiben

In der Tat: Er ist kein Sex-Symbol, sondern weit mehr als das. Sein Understatement macht ihn ihr aber durchaus noch sympathischer, als er es ohnehin schon ist.

johnnydeppunderstatement

Ein Wochenende in Weimar (oder: „Wer abends saufen kann, soll morgens auch laufen können!“)

•Juli 12, 2009 • 2 Kommentare

Nach monatelangem Hin und Her hatte man ( = das Vocalensemble einer gewissen nicht ganz unbekannten, höheren Bildungsanstalt Bayerns) sich endlich auf einen Termin festgelegt („fijar una fecha“). Sie sollte also an diesem Wochenende stattfinden: die Weimar-Fahrt. Konkrete Gründe bzw. einen direkten Anlass für dieses Unternehmen sind ihr bislang entweder vorenthalten worden oder sie existieren schlichtweg nicht. Vielleicht hatte Herr N. einfach mal Bock, wieder seine alte Studienstadt zu sehen, und somit das Vorhaben als Chor-Ausflug (-Ausbahn) getarnt. Wer weiß, wer weiß. Im Folgenden also der Rotkehl’sche Reisebericht in Form der bereits bewährten Liste der Tops und Flops.

TOPS:

  • die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn (keine einzige Verspätung, sehr verdächtig)
  • ergreifende, aufmunternde, deprimierende, einzigartig gute Lektüre von Rob Sheffield, der von nun an in ihre Liste der ewigen Realitätshelden aufgenommen wird
  • Kaddas Lache und ihre entnervte Feststellung: „Wer abends saufen kann, soll morgens auch laufen können!“
  • Goethes Gartenhaus (Irgendwann wird sie mit dir auf dieser Bank vor dem Haus sitzen und dir eine Geschichte erzählen, wenn du sie dann nicht schon längst kennst.)
  • die überraschend hohe Anzahl an Repräsentanten ihres persönlichen, ahem… Beuteschemas? (sofern sie sowas wirklich besitzt – tut sie nicht)
  • die Szene-Bars „Galerie“ (wenn sie denn so hieß) und „Kasseturm“
  • die Allgegenwart des Kopfsteinpflasters (yes, mehr Kopfsteinpflaster auf diesem Planeten!)

FLOPS:

  • an einem Samstagmorgen um 7 Uhr aufstehen zu müssen, nachdem man vielleicht 3 Stunden geschlafen und gefühlte o,5 l Sekt am Vorabend intus hatte (wieso findet das auch nach Mäs 18. Geburtstag statt?!)
  • die Y-Chromosomisten des Vocalensembles (zumindest alle unter 18), die den Samstag um 9 Uhr morgens mit Bier beginnen müssen (wenn ihr denkt, dass das irgendeinen beeindruckt, dann seid ihr aber ordentlich auf der Kuhscheiße ausgerutscht – die Beweisführung für eure grenzenlose Dummheit ist jedoch tadellos)
  • der leere Akku des owlPods
  • völlig überfüllte Züge von Erfurt nach Weimar und zurück (es machte ihr aber durchaus nichts aus, im Wagon-Zwischenteil auf dem Boden zu kampieren und eine Europa-Karte mit Interrail-Tour zu bekrakeln, gerne wieder!)
  • die Aussicht aus dem Fenster in der Jugendherberge: die Dunstabzugshaube (fast so malerisch wie die Toskana – aber eben nur fast)
  • Dauerregen in Weimar und das Nicht-Vorhandensein eines Regenschirms
  • das Verkommen schöner alter Häuser in Weimar (Plastikblumen-Deko an einem Haus aus der Klassik macht sich nicht so gut)
  • Banonen- und Karamel-Witze
  • Rumgewinsel à la „Können wir nicht schlafen, während die anderen in die Stadt gehen?“ oder „Herr N., können wir uns auf die Bank da setzen, uns tun die Beine so weh!“ – dumm (voll)gelaufen

Trouvaille internautale: Lila wie… lesbisch?!

•Juli 6, 2009 • 2 Kommentare

Da brat’ ihr doch einer ‘nen Storchenarsch und tauf’ sie Katinka! Die Welt der Werbung und Internetanzeigen wird auch immer bizarrer.

lilafürlesben

Trouvaille internautale: Beethoven, der alte Hengst, lässt’s nochmal krachen!

•Juni 24, 2009 • 2 Kommentare

Was sich absolut niemand entgehen lassen sollte: Der gute alte Ludwig van dreht noch einmal eine Runde um die Welt. Beethoven LIVE in action! Ein Muss!

ludwigvan_ontour

„Früher, als ich noch ein kleiner Junge war…“

•Juni 23, 2009 • Kommentar schreiben

Um es mit den Worten des guten alten Opa Frey alias Marco Rima zu sagen. In ihrem persönlichen Falle dann „kleines Mädchen“, ja, klein, jetzt ist es offiziell: mit 1,65 m darf man sich ruhig als größerer Hobbit fühlen. Wie dem auch sei, von so viel früher ist das Thema von Aujourd’hui (französisch „heute“, für die barbarischen Nicht-Franzosen unter euch) nun auch wieder nicht. Besagtes Thema ist auch eigentlich „nur“ ein Musikvideo. Aber was für eines!

Sie erinnert sich zwar nicht mehr an den genauen Tag, an dem sie dieses Kunstwerk zum ersten Mal sah, aber sie weiß, dass sie es zusammen mit ihrem Bru gesehen hat – auf einem gewissen „Musik“-Sender, und nein, nicht nachts, sondern am hellichten Nachmittag. Hellicht war er nicht, eher schummrig, dunkel – genauso wie aujourd’hui. Am deutlichsten ist ihr aber die Erinnerung an die damalige Faszination geblieben, mit einer Gefühlsintensität, die ihr fast schon surreal erschien.

Dass es fast in Vergessenheit geriet, ist eine Schande. Aber sie hat sich heute daran erinnert. Deutlich. Und das Video hervorgekramt.